Webschriften

Mit der Entwicklung es Internets hatten alle Internetseiten ein gemeinsames Problem mit den Schriften. Nicht alle Computer verfügen über die gleichen Schriftarten, weshalb man sich auf etwa zehn Schriftarten einigte, die in jedem Betriebssystem vorhanden waren. Das hatte zur Folge, dass das Internet schnell nach einem typografischen Einheitsbrei glich und man sich über die Jahre an dem Mix aus Verdana, Arial, New Roman, Trebuchet MS, etc. über die Jahre sattgesehen hat. Über lange Zeit war es nur schwer möglich, seine „Hausschrift“ auf einer Internetseite darzustellen. Mit Hilfe von Grafiken oder Flash-Videos konnte man zwar etwas Individualität in Überschriften oder Teilbereiche gebracht werden, was jedoch hinsichtlich der Suchmaschinen wenig sinnvoll war.

Das Problem lag darin lag, dass der Internetbrowser nur Schriften darstellen kann, auf die er auch zugreifen kann. Zwar hätte man den Schriftschnitt (Font) einfach auf dem Server der Webseite hinterlegen können. Damit wäre die Schriftart jedoch für jeden kostenlos zum Download angeboten, was für den Webseitenbetreiber zum lizenzrechtlichen Problem werden konnte. Abhilfe kam erst mit der Entwicklung der Browser und Programmiersprachen in den letzten Jahren, wodurch sich im Einklang mit den Schriftanbietern die Möglichkeit der lizenzierbaren Webfonts ergibt. Diese werden von verschiedenen Anbietern wie z. B. Adobe, fonts.com oder linotype.com bereitgestellt und per CSS in die Website eingebunden. Alternativ können auch freie und kostenlose Schriften von Google Webfonts auf dem Server abgelegt werden.

So wie es in der Textverarbeitung oder beim Layout am Computer schon lange möglich ist, kann nun auch im Internet mit Schriftarten ganz anders gestaltet werden. Für Webseiten bedeutet dies nicht nur eine noch nie da gewesene Freiheit, sondern ein absoluter Gewinn für das typografische Auge. Die Vorteile dafür liegen klar auf der Hand: Durch die Verwendung von Webfonts ist es durch die Verwendung von Hausschriften nun möglich, das Erscheinungsbild eines Unternehmens auch in Internet suchmaschinenfreundlich umzusetzen.

Ein Paar Schönheitsfehler hat das externe Einbinden der Schriften leider jedoch. Anders als im Druck ist die Darstellung der Schrift abhängig vom Browser und dessen Möglichkeit, die Buchstaben darzustellen. So kann dieselbe Schrift beispielsweise in Mozillas Firefox etwas schlanker und in Microsofts Internet Explorer fetter wirken. Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit vom Anbieter. Neben den anfallenden Lizenzkosten kann es je nach Servergeschwindigkeit des Anbieters beim Laden externer Webschriften zu leichten Verzögerungen in der Darstellung der Schriften kommen. Bei einem Ausfall des Servers stehen die Webschriften gar nicht zur Verfügung und die Webseite erscheint wieder gewohnt „altbacken“ mit den bekannten Standardschriften.

Share This